Herbsttreffen 2018

20. November 2018: Arbeitskreistreffen im CJD Homburg, Homburg-Schwarzenbach

Berufliche Chance für junge Menschen mit Handicap

Multiprofessionelle Teams und ein höherer Betreuungsschlüssel zeichnen die inklusive Ausbildung junger Menschen am CJD (Christliches Jugenddorf) Homburg aus. Die Ausbildungszeit und die Prüfungsbedingungen für die Auszubildenden im CJD sind allerdings die gleichen wie in anderen Betrieben auch, erklärt Geschäftsführer Norbert Litschko, der gemeinsam mit Schulleiterin Dr. Annette Benz durch die Ausbildungseinrichtungen des Berufsbildungswerks führt.

Aufgenommen im Berufsbildungswerk mit seiner Sonderberufsschule werden junge Menschen mit Handicap, die eine generelle Ausbildungsfähigkeit haben und durch die Arbeitsagentur empfohlen werden. „Man wird so akzeptiert, wie man ist und wird nicht unter Druck gesetzt, auch wenn man etwas langsamer ist.“ Schildert ein junger Fachinformatiker-Azubi die Situation im Christlichen Jugenddorf.

Momentan betreuen in der Berufsschule des CJD 35 Berufsschullehrer/-innen 432 junge Leute mit Handicap, davon 322 Auszubildende und 100 junge Menschen in der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme BVB. Ausgebildet wird in 33 verschiedenen Berufen, davon 24 Vollberufe und 9 Fachpraktiker-Berufe. Besonders beliebt sind derzeit Lagerlogistik, IT, Büro und Holzbearbeitung.

Schwerpunkte des pädagogischen Konzepts an der CJD Berufsschule sind:

  • Praxisbezug, d.h. enge Verzahnung von schulischer und praktischer Ausbildung
  • sonderpädagogisch aufbereiteter Berufsschulstoff auf Basis saarländischer Lehrpläne und Stundentafel
  • kleine Klassen (3-12 Schüler/-innen)
  • Teilzeitunterricht an zwei Tagen pro Wochen 
  • Gemeinschaftsprojekte
  • unterrichtsbegleitende Fördermaßnahmen

Basierend auf diesem Konzept schafft das CJD aktuell Vermittlungsquoten von 75% - 90%  in den Arbeitsmarkt. Eine Begleitung des Berufseinstiegs im ersten Jahr nach Ausbildungsabschluss hilft bei Schwierigkeiten am neuen Arbeitsplatz und fördert den Verbleib in Arbeit  Im Hinblick auf die Rahmenbedingungen der Regelschule lassen sich folgende Aspekte für den Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT zusammenfassen:

  • In einer positiven Atmosphäre wird aufgezeigt, wie und dass Inklusion gelingen kann.
  • Die enge Zusammenarbeit mit der Berufsberatung im Hinblick auf Berufsorientierung und Berufsausbildung wird extrem wichtig.
  • Multiprofessionelle Teams umfassen sehr viel mehr, als die Unterstützung der Klassenleitung mit ein paar Stunden Förderunterricht durch Förderlehrer/-innen.
  • Die Schwächung des Praxisbezugs in der Regelschule wird die mangelnde Motorik  aller Regelschüler, vor allem aber der inklusiv unterrichteten, noch verstärken.
  • Im Zusammenhang mit dieser Feststellung wird allgemein die fehlende Wertschätzung des Faches „Arbeitslehre“ als schuleigenes Angebot beklagt.

Unser Fazit: Die Ausbildung im CJD bietet eine berufliche Chance zur Weiterentwicklung und schafft bedürfnisorientierte, vernetzte Angebote für Menschen mit Handicap. Bleibt zu wünschen, dass es künftig auch in Regelschulen einen etwas höheren Betreuungsschlüssel, bessere räumliche Bedingungen und multiprofessionelle Lehrerteams geben wird, also verbesserte Voraussetzungen, die die inklusive Beschulung erleichtern.

Rückblick

Herbsttreffen 2017

27. September 2017: Arbeitskreisteffen an der Galileo-Schule in Bexbach.

„Gemeinsam gelingt es!“

… lautet das Motto der Galileo-Schule in Bexbach. Rund 35 Akteure aus Schule und Betrieb konnten vor Ort von den Sprechern des Arbeitskreises begrüßt werden. Die FGTS bewirtete die Gäste mit kleinen Snacks, Kuchen und Getränken, bevor Schulleiterin Gaby Schwartz mit dem Vortrag startete. Gemeinsam mit dem  Lehrerteam und einigen Schülerinnen und Schülern hatten sie eine Präsentation ihrer Schule vorbereitet, die alle wesentlichen Aspekt ihres Schullebens darstellt. Insbesondere wurden berufsorientierende Angebote aufgezeigt: Portfolio, Programmier-AG, Schülerfirma, Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit u.v.m. Authentische Schülerbeiträge vermittelten einen umfassenden Überblick und zeigen ganz praxisnah mit welchen Modulen die jungen Menschen gerne arbeiten. Kooperationspartner der Schule nahmen ebenfalls am Arbeitskreistreffen teil. Anschließend wurden die Gäste in zwei Gruppen auf unterschiedlichen Wegen durch die Schulgebäude geführt. U.a. wurde der Verkaufsraum der Schülerfirma besichtigt. Diese verarbeitet vor allem Dinge, die man eigentlich entsorgen würde, zu dekorativen Gegenständen. PC-Räume, Schulküche, Bibliothek/Mediathek und moderne Klassenzimmer, die mit Smartboards ausgestattet sind, ermöglichen praxisnahen Unterricht und selbständiges Arbeiten der Schülerinnen und Schüler. Ergänzend zum Schwerpunkt der vertieften Berufsorientierung wurde das digitale Medienkonzept skizziert, das auch die Schulverwaltung (Web-Units) und die Informationsplattform in Form einer gepflegten Homepage einbezieht. Zum persönlichen Austausch über mögliche Kooperationen und aktuellen bildungspolitischen Gesprächen trafen sich beide Gruppen im Lehrerzimmer wieder. Die Gastgeber-Schule aus Bexbach hatte 2016 als eine der ersten Schulen im Saarland das Berufswahl-SIEGEL für herausragende berufliche Orientierung erhalten und nahm 2017 als Botschafterschule für gute Praxisbeispiele von SCHULEWIRTSCHAFT-Kooperationen am Bundesnetzwerktag in Berlin teil.

Rückblick

Herbsttermine 2016

7. November 2016: Arbeitskreistreffen bei der Robert Bosch GmbH, Homburg. 

Aus- und Weiterbildungskonzepte Industrie 4.0 bei Bosch

Welche Herausforderungen und Chancen bieten neue Ausbildungsmöglichkeiten der digitalen Arbeitswelt? Wie sehen Arbeitsplätze der Zukunft aus und worauf müssen sich Berufsanfänger und Auszubildende angesichts wachsender Technisierung und Digitalisierung einstellen? Um uns Realitäten und Entwicklungen besser begreifbar zu machen, öffnete die Robert Bosch GmbH in Homburg ihre Türen für den Saarpfalz-Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT. Rund 30 Teilnehmer aus Schule und Betrieb begrüßten die Vorsitzenden Birgit Burgard, Bernd Jähn und Nils Grützner, gemeinsam mit Ausbildungskoordinator Fred Fey im firmeneigenen Schulungsgebäude. Der informierte zunächst über das Werk in Homburg und führte in den anschließenden Fertigungsrundgang ein. Als einer der führenden Automatisierungsanbieter und Pionier für Industrie 4.0-Lösungen, bietet Bosch Rexroth einen spannenden Standort, um Einblicke aus erster Hand zu erhalten.

Während des Rundgangs durch die Fertigungshalle erläuterte Dr. Thies-Uwe Trapp, wie Fertigungsstraßen und Logistik im Sinne von Industrie 4.0 miteinander vernetzt sind und kommunizieren. Bei der Einfahrt in die Halle werden die zugelieferten Komponenten automatisch erfasst und an der Fertigungsstraße, zum Teil mit Unterstützung von Robotern, dem Produktionsprozess zugeführt. Lagerhaltung, Fertigungstoleranzen, Energieeinsatz, Wartung usw. können somit optimiert werden und die Ist-Zustände sind jeweils über große Panels abrufbar.

Auszubildende bei Bosch in Homburg lernen im ersten Ausbildungsjahr intelligente Arbeitsplätze kennen, die sich dem Kenntnisstand der Person anpassen. So unterstützen Tablets Mitarbeiter in kürzester Zeit bei der Einarbeitung. Eine stärkere Zusammenarbeit von Mensch und Roboter soll die Arbeit erleichtern, da Roboter monotone, sich wiederholende Tätigkeiten übernehmen und der menschliche Kollege höherwertige Arbeiten ausführen kann. Jugendlichen fällt in der Regel der Umgang mit den digitalen Medien leicht. Die Generation 50 + tut sich gelegentlich noch etwas schwer mit der Umstellung. Daher werden Berufsanfänger und Routiniers in gemeinsamen Modulen geschult, um voneinander und miteinander zu lernen.

Das Aus- und Weiterbildungskonzept Industrie 4.0 orientiert sich an den neuen Anforderungen. In diesem Konzept werden Tätigkeiten und Einsatzbereiche nach den Kategorien Kenner-Könner-Experten in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt. Es wird passgenau ausgebildet, wobei der Fokus auf der Ausbildung von Experten liegt. Nicht im traditionellen Fertigungs-, sondern im Ingenieurbereich werden derzeit kompetente Fachkräfte gesucht. Es wird deutlich, dass die Anforderungen  an zukünftige Ausbildungsbewerber insbesondere digitale Kompetenzen voraussetzen. Kooperationen mit Hochschulen spielen dabei eine bedeutende Rolle. In der abschließenden Diskussionsrunde wird in diesem Zusammenhang seitens der Schulvertreter darauf hingewiesen, dass in der digitalisierten Welt eine qualifizierte Ausbildung für junge Menschen mit einem Abschluss im Sekundarbereich immer schwieriger erreichbar wird.

Herbsttermine 2015

23. September 2015: Arbeitskreistreffen bei der Firma Phast GmbH in Homburg.

Berufsorientierung unter der Lupe

„Welche Module am Übergang Schule-Beruf funktionieren am besten?“ Das fragte sich der Leiter Personalentwicklung Dieter Rohrer in der Vorabanalyse zu seinem Vortrag Zusammenarbeit Schule und Betrieb zunächst selbst und im Anschluss auch die 25 Teilnehmer des Arbeitskreistreffens bei der Firma PHAST GmbH. Girls‘ und Boys‘ Day, Berufsinfotage, Betriebsbesichtigungen, Schülerpraktika, die Lange Nacht der Industrie und Schulkooperationen standen als Module für berufliche Orientierung auf dem Prüfstand und wurden heiß diskutiert. Wo liegen die Herausforderungen bei Betriebsbesichtigungen einer kompletten Schulklasse? Wann macht eine gezielte Vorabfrage bei den Jugendlichen Sinn? Und wie erreicht man möglichst viele interessierte Schülerinnen und Schüler? Das familienfreundliche Unternehmen beschäftigt überwiegend naturwissenschaftliche Fachkräfte, wie z. Bsp. Chemie- und Biologielaboranten, Chemietechniker, Chemiker und Apotheker und bietet ihren Auszubildenden eine Übernahmegarantie. Im Anschluss an die Diskussion wurde das neue Berufswahl-SIEGEL vorgestellt, eine Auszeichnung für Schulen mit herausragender Berufsorientierung. Es dient dazu, die Arbeit der Schulen zu würdigen, die sich besonders dafür engagieren, Jugendliche optimal auf das Berufsleben vorzubereiten und durch ein stimmiges Gesamtkonzept für ausgezeichnete berufliche Orientierung hervorstechen. Ab November können sich alle allgemeinbildenden Schulen für das SIEGEL bewerben. Unter Federführung der Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT, wird die Initiative in 14 Bundesländern bereits erfolgreich durchgeführt und es wurden bislang bundesweit 1.444 Schulen mit dem SIEGEL ausgezeichnet. Zum Abschluss der Veranstaltung tauschten sich die Arbeitskreiskolleginnen und -kollegen zu anstehenden Projekten aus und wurden spontan für 2016 eingeladen zum Besuch in der Robert Bosch GmbH.

Anmeldung und Information

Christine Hauser
Tel.: 0681 95434-39
Fax: 0681 95434-69
E-Mail: bildungmesaar.de

Ansprechpartner Saarpfalz-Kreis

Vorsitz Schule

Bernd Jähn
stllv. Schulleiter der Gemeinschaftsschule Homburg II
E-Mail: bernd.w.jaehn@gmail.com

Nils Grützner
Zentrum BeSt, LPM
E-Mail: ngruetznerlpm.uni-sb.de

Vorsitz Unternehmen

Birgit Burgard
Geschäftsführerin Fa. Burgard Ausbau & Fassade, Bexbach
E-Mail: Birgit.Burgard55gmx.de